Texterklärung

Wir tauchen ein in das Lukasevangelium und damit in Leben und Lehre von Jesus. Im Fokus steht das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld, das auch in den Evangelien nach Matthäus und Markus ganz ähnlich zu finden ist. Alle dürfen es hören, aber nur seine Anhängerschaft, die bunter nicht sein könnte, erhält die Erklärung, was hinderlich und was förderlich ist, um Frucht zu bringen.

Jesus fasziniert und verbindet

In der Vorrede erfahren wir, dass die Anhängerschaft von Jesus und seiner Botschaft gepackt ist. So sehr, dass sie alles Vorherige verlassen und mit ihm gehen, als er durch Städte und Dörfer zieht, um das Evangelium vom Reich Gottes zu verkünden. Die Gruppe seiner Freunde könnte bunter nicht sein. Da sind die Zwölf, bei denen sich die ganze Bandbreite vom Zeloten bis zum Zöllner findet, aber auch ganz verschiedene Frauen: Von der ehemaligen Sünderin Maria bis hin zur Oberschichtvertreterin
Johanna. Alle dürfen bei Jesus sein. Alle dienen aus freien Stücken mit dem, was sie haben. Einmal mehr wird deutlich: Jesus verbindet. Er ist für jeden Menschen faszinierend. Er ist die Antwort auf jede Frage, die Lösung für jedes Problem, der Retter für jede Verlorenheit. Damals und heute. Darum muss er Zentrum des Gemeindelebens sein. Darum ist es entscheidend für jeden Christ zu jeder Zeit, seinen Worten den passenden Boden zu bereiten, auf dass unser Leben Frucht bringt, zum Segen wird für unser Umfeld und Jesus-ähnliche Wirkung hinterlässt.

Frucht oder keine Frucht

Nach einiger Zeit versammelt sich eine Menschenmenge um Jesus und er erzählt ihnen das sogenannte
Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld. Der Fokus in der Erzählung liegt auf dem Boden, denn der Same ist
überall gleich, von bester Qualität. Nur der Boden ist unterschiedlich und hat Einfluss darauf, ob Frucht
wächst. Wohlgemerkt heißt es nicht viel oder wenig Frucht. Es geht um Frucht oder keine Frucht. In der
Auslegung des Gleichnisses, die nur Jesu Anhänger zu hören bekommen, finden wir drei schlechte Böden und nur einen guten Boden. Das Verhältnis 3 zu 1 sollte uns innerlich wachrütteln: Ich bin auch in Gefahr,
schlechter Boden zu sein.

Foto: pixabay.com / Silas Silascando
Auf den Boden kommt es an

Nun zur Erklärung: Der Same steht für das Wort Gottes und verdeutlich die Fruchtbarkeit und Kraft, die
Gottes Wort in sich trägt. Es wirkt etwas in den Glaubenden (vgl. 1Thess 2,13). Es kommt nicht leer zurück
(vgl. Jes 55,11). Wir lernen auch: Auf die Art des Hörens kommt es an. Der Mensch ist der Wirkung nicht
ohnmächtig ausgesetzt. Frucht kann verhindert oder gefördert werden. Als Hindernisse werden der Teufel, oberflächliches Hören, Sorgen, Reichtum und Genüsse des Lebens genannt. Die erste Aussage sollte uns ins Gebet treiben in dem Wissen, dass ein Kampf existiert, in dem aber Jesus der Stärkere ist. Die anderen Aspekte laden ein zur Prüfung. Lass ich Gottes Wort in mein Herz hinein? Darf es dort alleiniger Herr sein? Mangelt es mir an Vertrauen?

Der Weg zur Frucht

Vertiefen möchte ich den Weg zur Frucht, denn Jesus hat uns erwählt, damit wir genau das tun: Frucht
bringen, Wirkung hinterlassen. Die Kennzeichen des fruchtbringenden Bodens sind das Hören und Behalten von Gottes Wort. Da alle in der Erklärung „hören“, wird das „Behalten“ betont. Matthäus und Markus schreiben vom „Verstehen“ bzw. „Aufnehmen“. Also? Auf das Fest halten der Worte Gottes kommt es an. Denn diese haben die Kraft, die Hindernisse auszuräumen und Angriffe abzuwehren. Wie kann das aussehen? Das heißt, dem Teufel zu entgegnen, dass ich Gottes Kind bin und bleibe (vgl. Joh 1,12), auch wenn ich stolpere. Das könnte heißen, dass ich auf Verlockungen des Lebens mit Psalm 16,11b reagiere: „Dort, wo du bist, gibt es Freude in Fülle; ungetrübtes Glück hält deine Hand ewig bereit.“ Das könnte heißen, dass ich meine Sorgen damit beruhige, dass mein Vater im Himmel mich kennt und weiß, was ich brauche, ehe ich ihn bitte (vgl. Mt 6,8). Gottes Wort hält noch viel mehr Schätze bereit. Und wenn wir
diese gegen alle Hindernisse hochhalten, bringen wir „Frucht in Geduld“.

In Geduld

Einzig der Evangelist Lukas schreibt übrigens von der Geduld, die auch sonst von Jesus und den Aposteln stark betont wird. Die letzten zwei Wörter rufen uns also auf zu Ausdauer, zu Vertrauen, im Glauben und nicht im Schauen zu leben. Und dann? Dann werden wir Frucht bringen. Zu seiner Zeit. Weil er es versprochen hat. Weil der Same von bester Qualität ist. Garantiert. Und bis dahin halte ich seine Worte fest.

Dominic Schikor, Gemeinschaftspastor
Stuttgart

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