Musizieren in Inklusions-Ensembles

Seit April 2016 leiten Dominique Selz und Waltraud Kaufmann auf dem Schönblick das Ensemble „Mehrklang“ – ein Inklusions-Ensemble. Aus dieser Arbeit ist die neue Notenmappe „Miteinander“ der Musikschule Hoffnungsland entstanden. Sie beinhaltet Noten für die Tischharfe und ist insbesondere für das Musizieren in Inklusions-Ensembles geeignet. Elisabeth Binder hat Dominique Selz zu der Gestaltung
des Inklusions-Ensembles, die neuen Noten und die geplanten Workshops „Miteinander“ befragt:

  • Foto: Aktion Hoffnungsland
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Liebe Dominique, kannst du uns das Ensemble „Mehrklang“ vorstellen?
Was unser Ensemble ausmacht: wir sind einfach bunt – jede und jeder darf mitspielen. Die Mitspielenden selbst bestimmen das Niveau. Genauso entwickelt sich auch die Gruppe miteinander – wir nehmen jede und jeden mit. In der Leitung des Ensembles ergänzen wir uns sehr gut und können so zu der bunten Vielfalt beitragen. Das ist genau das, was unser Ensemble ausmacht. Die meisten unserer Mitspielenden spielen Veeh-Harfe. Aber auch andere Instrumente bereichern uns und sind willkommen. Wir treffen uns wöchentlich für 45 Minuten Spielzeit. Dabei ist das Ankommen davor für manche genauso wichtig wie das Musizieren, und diese Zeit geben wir auch. Das ist etwas Besonderes, erst mal ankommen zu dürfen und einfach da zu sein.

Warum ist die Tischharfe für die Inklusionsarbeit besonders geeignet?
Die Tischharfe ermöglicht, Melodien mit relativ wenig Übungsaufwand zu spielen. Das bringt Freude und Motivation, stärkt das Selbstwertgefühl und schafft Verbindung.

Du hast in der Notenmappe „Miteinander“ Notenmaterial für das Musizieren in Inklusions-Ensembles zusammengestellt. Wie sieht das aus?
Die Noten sind vereinfacht gestaltet und geben so Klarheit für Menschen mit Beeinträchtigung. Gleichzeitig sind auf der Rückseite des Notenblattes die komplexeren Versionen abgedruckt. So können Spielerinnen und Spieler je nach Bedürfnis auswählen. Außerdem sind die Notenblätter so angeordnet, dass zunächst ein Verständnis der Notenwerte durch die Rhythmussprache nach Kodaly erlernt werden kann.

Was muss man bedenken, wenn man mit einem Inklusions-Ensemble musizieren möchte?
Wichtig ist, dass man als Leiterin selbst Sicherheit im Rhythmus mitbringt. Und dann mit dieser Sicherheit in kleinen Schritten vorangeht. Vor allem sollte man nicht vergessen, dass das Ankommen und Dasein für die Teilnehmenden elementar ist. Und ganz ehrlich – das tut uns doch allen gut!

Für wen und wie sind die Kurse „Miteinander“ 2023 gedacht?
Zunächst natürlich für alle, die interessiert sind, das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zu fördern. Wer vorhat, selbst ein Inklusionsensemble zu gründen und zu leiten, sollte selbst ein Instrument gelernt haben. Natürlich darf das Einfühlungsvermögen nicht fehlen.

Wie danken herzlich für das Gespräch und laden Interessierte ein, bei den Workshop-Angeboten die Möglichkeiten des Miteinander-Musizierens und die Gestaltung eines Inklusions-Ensembles kennenzulernen.

Informationen, Notenmappen und Kurstermine unter www.tischharfe.musikschule-hoffnungsland.de

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