Liebe Api-Freunde,

seit 38 Jahren war der Mann am Teich Bethesda (Joh 5) ein Verlierer. Einige Handschriften erwähnen, dass immer jene Person geheilt wurde, die als Erste in den Teich plumpste, nachdem der Geist Gottes das Wasser bewegte. So ist es bis heute: Nur wer als Erster über die Ziellinie rauscht, gilt als Gewinner.

Spiel und Wirklichkeit

Spiele brauchen Gewinner. Das Leben aber ist kein Spiel. Und doch können wir von der Spielpädagogik fürs Leben lernen. Der Reiz an Spielen ist ja gerade, dass man in einen spielerischen Vergleichskampf kommt. Vergleiche aber sind wichtig, um zu verstehen, dass wir Individuen zwar unterschiedliche Fähigkeiten haben und somit ungleiche Voraussetzungen mitbringen. Aber gerade dies kann aneinander ausgetestet werden. Im Bezugsrahmen von Regeln und Gerechtigkeit(sempfinden) wird der Umgang mit Sieg und Niederlagen erlernt. Wie nötig haben wir das für den „Ernst des Lebens“. Im Spiel lernen wir im Optimalfall für den Alltag, dass wir den Schwächeren achten und ihm seine Würde nicht nur lassen, sondern ihn in seinem Selbstwert sogar bestärken. Wir verleugnen dabei nicht, dass es Stärkere, Schnellere, Bessergestellte, Benachteiligte und schlechter Ausgestattete gibt. Vielmehr lernen wir, wie es gelingen kann, dass sich sowohl die „Verlierer“ als auch die „Gewinner“ auf die nächste Begegnung freuen, weil es alle als Mehrwert empfinden. Dies kann nur durch gegenseitige Wertschätzung gelingen. Auch in der Gemeinschaft, im „WIReinander“, gibt es Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Voraussetzungen. Und doch braucht es keine Verlierer. Vielmehr gilt der kluge biblische Satz: „Einer ist euer Meister, ihr aber seid alle Brüder“ (Mt 23,8). Achtsamkeit und Wertschätzung stehen im Vordergrund.

Miteinander unterwegs

Das gelebte Miteinander ist der große Gewinner dieses Heftes. Das Titelbild führt uns auf die richtige Fährte. In der Vorbereitung wurde uns klar, dass es für die Entfaltung dieses Themas viele Schlüsselworte gibt: Gemeinsam anpacken, die gelebte Gemeinschaft, die Teilhabe des anderen in allen Bereichen, die Leitungsverantwortung in einer Gemeinde, die Einheit im Glauben, die Achtsamkeit gegenüber dem Anderen und das (Mit)Teilen untereinander.

Der größte Trumpf ist das gemeinsame Gebet.

Matthias Hanßmann

Der größte Trumpf ist das gemeinsame Gebet. Jesus hat uns diese Möglichkeit regelrecht zugesteckt. Beten wir, so sind wir schon heute als weltweite Gemeinschaft vor Gottes Thron versammelt. Und das
sollten wir tun, dringend und oft. Hoffnung macht uns dies allemal in Hinblick auf die angsttreibende Kriegssituation. Denn im Gebet sind wir vor Gott alle gleich. Und wir schauen auf zu dem einen, der uns an seinem Gewinn teilhaben lässt: Jesus.

Bis wir uns wiedersehen – bleibt Gesegnete!

Foto: Claus Arnold

Matthias Hanßmann,
Vorsitzender der Apis

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