Noch nie war die Generation PLUS so jung wie heute. So gesund. So mobil. Gleichzeitig stehen sie vor neuen Herausforderungen. Gab es früher eine übliche Dreiteilung unserer Gesellschaft in „Junge“ bis etwa 30 Jahren, „Mittlere Generation“ bis 60 Jahre und danach „die Alten“, so ist ein solcher Grobblick kaum noch angemessen. Wir müssen viel genauer hinsehen. Wenn wir in unsere Gemeinden und Gemeinschaften schauen, stellen wir fest, dass eine der größten Bevölkerungsgruppen in unserem Land auch bei uns einen großen Anteil der Mitglieder ausmacht. Das könnte man beklagen – oder es als Chance nutzen, diese Gruppe noch gezielter zu erreichen als vorher. Denn in der Regel gelingen Kontakte und Beziehungen in der eigenen Altersgruppe am besten. Und genau hier setzt nun das Kursangebot ein: „(H)Auszeit – ein Kurs zum Leben und Glauben für die Generation Plus“.

Mit Fragen zum Leben und Glauben ist er so angelegt, dass man damit Menschen anspricht, für die der christliche Glaube noch nicht so vertraut ist. Gleichzeitig sind die Lebensfragen aber auch so praktisch und spannend, dass er auch für unsere regelmäßigen Besucherinnen und Besucher interessant ist: Loslassen und sich auf Neues einlassen, Klären-Vorsorgen-Vertrauen, Endlich leben. Entstanden ist der Kurs im Arbeitskreis „Generation PLUS“ des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes.

Kursaufbau

Es gibt ein Arbeitsbuch und Teilnehmerheft. Die einzelnen Einheiten sind „mundgerecht“ aufbereitet und laden wirklich dazu ein, es mit einem vertretbaren Aufwand vorzubereiten. Interaktiv mit Zusatzmaterial werden auch digitale Medien verwendet. Andererseits kann jede und jeder sicher auch selbst entscheiden: Wie viel muss sein? Wie viel darf sein?

Elke Simon (Jahrgang 1966) arbeitet seit 2018 als Gemeindereferentin mit Schwerpunkt BestAger und Seelsorge beim Hessischen Gemeinschaftsverband. Sie ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und wohnt in Rabenau. Sie erzählt von ihren Erfahrungen mit dem Kurs:

„Gerade führen wir den Kurs in unserem Hauskreis durch. Wir sind sieben Mitglieder im Alter von 48-74 Jahren. Der Kurs begeistert uns durch seine methodische Vielfalt und Praxisnähe. Die Teilnehmenden werden behutsam an Themen herangeführt, die im Alltag gerne untergehen, aber doch sehr existenziell sind. Ein großes Plus des Kurses ist, dass man gemeinsam unterwegs ist, aber gleichzeitig die Möglichkeit hat, Themen für sich selbst zu erarbeiten und dann zu überlegen, wieviel man in der Gruppe erzählen möchte. Manche Themen laden geradezu dazu ein, auch vertiefende Beratungs- oder Seelsorgegespräche anzubieten. Unsere Teilnehmenden sind alles Christen, aber ganz sicher eignet sich der Kurs auch sehr gut für Menschen, die mit dem christlichen Glauben noch nichts zu tun haben, da er sehr lebenspraktisch ist und gleichzeitig Antworten der Bibel dazu anbietet.“

Elke Simon

Heinrich Kaufmann war viele Jahre Mitarbeiter auf dem Schönblick und bis zu seinem Ruhestand Mitglied im Arbeitskreis. Er beschreibt, worin der Wert dieses Kurses besteht.

Christiane Rösel (CR): Wie kann dieser Kurs dabei helfen im neuen Lebensabschnitt gut anzukommen?

Heinrich Kaufmann (HK) Es ist ein Kurs, der wichtige Themen der dritten Lebensphase thematisiert. Er lädt mit der Metapher vom Haus dazu ein, das bisherige Leben zu reflektieren und das Kommende bewusst anzugehen. Dabei meidet er nicht die Themen, die wir normalerweise gerne vor uns herschieben oder sogar ausblenden: wohnen im Alter, Versöhnung, Vorsorge gesundheitlich und rechtlich. Der Kurs gibt Hilfestellungen, um sich die Chancen zu erschließen, die diese Lebensphase bietet. Ich kann nur sagen: Er setzt Freude frei.

CR: Für wen ist dieser Kurs?

HK: Er ist für Menschen konzipiert, die vor ihrer Pensionierung stehen oder schon dort angekommen sind. Solche Übergänge wollen ja gestaltet werden. Ballast muss entsorgt und Neues angegangen werden.

CR:Siehst du in dem Kurs eine Chance, über den „Tellerrand“ der eigenen Gemeinschaft mit Menschen im Ort ins Gespräch zu kommen?

HK: Zu diesem Kurs kann jeder und jede eingeladen werden. Er ist geradezu konzipiert für Menschen, die noch nichts oder nicht viel vom Glauben an Jesus wissen. Aber er weckt Interesse, mehr von den Möglichkeiten zu erfahren, die Christen haben.

CR: Was sind Voraussetzungen, um den Kurs durchzuführen?

HK: Ein paar Mitarbeiter, einen Raum mit Tischen und möglichst einem Internetzugang, um kurze Filme zeigen zu können. Hilfreich w re es, wenn die Mitarbeiter sichvorher schon einmal mit dem Kurs beschäftigt haben, um sich auf mögliche Fragen einzustellen.

CR: Was begeistert dich an dem Kurs?

HK: Mich begeistert die methodische Vielfalt. Da muss kein Treffen langweilig werden. Wer den Kurs durchführen möchte, findet gut vorbereitetes Material.

Christiane Rösel
Landesreferentin für die Arbeit mit Erwachsenen

Buchempfehlung
Foto: Neukirchener-Verlag

(H)Auszeit – Ein Kurs zum Leben und Glauben für die Generation PLUS

Herausgegeben von Michael Diener und Frank Spatz

mit Beiträgen von Renate Cordes, Werner Cordes, Eva Hobrack, Johannes Kaden, Heinrich Kaufmann, Käthe Müller, Antje Römer, Christina Scheffbuch-Schwalfenberg, Thomas Seitz, Elke Simon und Martina Wawroschek

Preis:
15,00 Euro (Arbeitsbuch),
3,99 Euro (Teilnehmerheft)
Erschienen im Neukirchener-Verlag

Hier gibt es eine Leseprobe.

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